Eigentlich wollten wir in Vera nur die Sonne und eine entspannte Zeit geniessen. Doch was uns in unserem Airbnb erwartete, erinnerte weniger an Urlaub und mehr an Alfred Hitchcocks Klassiker „Die Vögel“.
Alles begann schleichend: Aus einem Lüftungsrohr an der Badezimmerdecke rieselten gelegentlich Schmutz und vereinzelte Federn auf die Badmöbel. Die Abdeckung lockerte sich bedrohlich, und in uns keimte der schaurige Verdacht, dass sich dort oben ein ungebetener Gast eingenistet haben könnte.
Der Schockmoment
Nach einem entspannten Vormittag beim Golfen und Einkaufen kehrten wir in die Wohnung zurück – und wurden von einer Wand aus bestialischem Gestank begrüsst. Als ich die Küche betrat, blieb mir fast das Herz stehen: Mitten im Raum sass ein Star auf dem Boden. Wie in einer Szene aus dem Horrorfilm flatterte das Tier panisch auf, als ich mich näherte, und prallte mit voller Wucht gegen die geschlossene Terrassentür.
Benommen blieb der Vogel direkt neben Jeannie liegen. Und Jeannie? Die schnarchte seelenruhig weiter und merkte absolut nichts von dem gefiederten Eindringling.
Ein kurzer Gedanke am Rande:
Hätte unser Milo noch gelebt und wäre mit nach Spanien gekommen – das Airbnb hätte nach diesem Vorfall wohl wie ein blutiges Schlachtfeld ausgesehen.
Das Grauen im Schacht
Ich konnte den völlig benommenen Vogel schliesslich vorsichtig auf die Terrasse bringen, von wo aus er nach 15 Minuten endlich in die Freiheit entflog. Doch das wahre Ausmass des Grauens erwartete uns im Bad. Die Lüftungsabdeckung war heruntergerissen, der Boden übersät mit Federn, Dreck und Unrat. Es stank erbärmlich.
Der Eigentümer reagierte zum Glück sofort: Innerhalb von nur 30 Minuten rückten drei Hausmeister an. Was sie aus dem engen Schacht ans Tageslicht beförderten, war nichts für schwache Nerven: Vier tote Vögel wurden geborgen.
Doch die Erleichterung hielt sich in Grenzen, denn es blieb ein extrem beklemmendes Gefühl zurück. Der Hausmeister konnte nur so weit in das Rohr greifen, wie sein Arm reichte. Wir befürchten seither, dass das gesamte Lüftungssystem „lebendig“ ist oder noch weitere Kadaver in den Tiefen der Rohre verbirgt, die unerreichbar für die Hand des Handwerkers blieben. Die Vorstellung, dass nur eine Armlänge entfernt das Verderben im Schacht liegt, machte die restliche Zeit nicht gerade gemütlicher.
Ein sauberer Abschluss mit Beigeschmack
Das Positive? Am nächsten Tag rückte die Putzfrau an und unterzog die gesamte Wohnung einer gründlichen Tiefenreinigung. Für die letzten zehn Tage unseres Aufenthalts hatten wir also wieder ein blitzblankes Heim. Doch ehrlich gesagt: Diesen speziellen Geruch bringe ich trotzdem nicht mehr aus der Nase.
Wir freuen uns nun riesig darauf, Ende Januar den Schlüssel in unserem eigenen Schloss in Praia umzudrehen – hoffentlich mit einer Belüftung, die keine dunklen Geheimnisse hütet!
Update 24.01.2026
Nachdem wir zwei Tage Ruhe hatten (der Gestank war aber immer noch da) hörten wir in der Nacht auf den 24.01.2026 ein «Krabbeln» in der Lüftung. Das war so laut, dass wir es in der ganzen Wohnung hörten. Durch ein Lüftungsgitter sah ich ein Tier (ich weiss nicht ob 2 oder 4-beinig) vorbeihuschen. Das war genug für uns. Wir meldeten dem Vermieter den erneuten «Befall» und beschlossen noch am selben Tag zu packen und zurück nach Praia zu fahren.
«Was war euer schlimmstes Erlebnis in einer Ferienunterkunft?»
